Retreats oder Rückzüge gab es schon immer, als eine religiöse oder spirituelle Praxis. Das konnte individuell in Klöstern oder auch in Form von einer Versammlung der Gleichgesinnten stattfinden. In beiden Fällen ging es um einen Abstand vom Alltag, um nachzudenken und die spirituelle Praxis zu vertiefen, die Worte des Gurus zu hören, sich in einer spirituellen Gemeinschaft „weiter zu entwickeln“.

Yoga Retreats gab es früher meistens nur in Ashrams (klösterähnlichen spirituellen Zentren, ursprünglich in Indien). Obwho. Rückzug ist nicht nur im Yoga bekannt, Es ging oft um einen längeren Aufenthalt, manchmal jahrelangen. Es gab, damals wie heute, die Möglichkeit als „Karmayogi“ in einem Ashram zu arbeiten um dafür Essen und Unterkunft zu bekommen sowie am Programm teilzunehmen. Aber auch einfach so, als Yoga- oder Medtiationsinteressierte, kann man in den Ashrams eine längere Zeit verbringen. Indische Art von Ashrams und spirituelle Kommunen haben sich schnell in der ganzen Welt verbreitet.

Populär waren und sind noch immer z.B. Maditation-Retreats in buddhistischen Ashrams wie z.B. Vipassana Meditation und auch Yoga / Ayurveda Retreats in Indien. Die Teilnehmer tauchen in das spirituelle Leben tiefer ein. Es ist eher eine besondere Entscheidung und nicht ein Urlaub. Man kann sich nicht so leicht oder beliebig für etwas anderes entscheiden, auch wenn es jemandem nicht so wirklich gefällt. Oft wird so ein Aufenthalt als ein Test, eine Übung fürs Ego angesehen und nicht als eine Entspannung oder Wellness. Die inneren Konflikte, werden als ein Prozess, das „eigene Thema“ oder Mißverständnisse mit anderen Teilnehmern als „eigener Spiegel“ angesehen.

Die meisten heutigen Yoga Retreats, welche ungefähr in den letzten, höchstens 10 Jahren in der ganzen Welt angeboten werden, sind eher ein Urlaub mit Spuren von einem Retreat, weil ein Yoga Retreat von heute meistens nur eine Woche dauert, manchmal sogar weniger. Die Grenzen zwischen einem Urlaub und Retreat sind nicht mehr so klar, bzw. Retreats finden eher im Rahmen eines Urlaubs. Vielleicht liegt es an der Schnelligkeit des heutigen Lebens, schnellem Austausch und Verarbietung so vieler Informationen.

Man muss heutzutage nicht mehr in eine weit entfernte Kommune oder Ashram gehen um sich zurückzuziehen. Es geht sogar online. Nicht nur Yogastunden, es werden auch Yoga Retreats online angeboten. Retreats können sogar in einer Großstadt stattfinden, mitten lauter Straßen.

Sicherlich ist eine Reise mit Yoga ein Erlebnis, aber bei jeder spirituellen Praxis, dauert es mindestens 21 Tage bis sich der menschliche System auf neue Einflüsse und Energie gewöhnt, oder sie im „eigenen System“ befestigt, verinnerlicht. Erst nach dieser Zeit beginnen sich die Wrkungen überhaupt zu entfalten. Alles was vor diesen 21 Tagen passiert, sind nur Spuren, die kleinen Impulse vom Yoga. Verkürzte Angebote und größere und schnellere Reisemöglichkeiten haben es geschafft, Yoga auch in so eine kurze Zeitspanne, effektvoll anzubieten und doch einen kleinen, aber wichtigen Rückzug zu ermöglichen. Jedoch ist es unehimlich wichtig, besonders für Menschen die im Yogaurlaub oder einem Retreat mit Yoga erst angefangen haben, Yoga weiter zu praktizieren.

Retreats heutzutage, sind eher Tage mit Yogastunden, gutem Essen, vielen Gesprächen und Eindrücke. Der Kontakt mit den „Reizen der Außenwelt“ ist locker. Sie sind Impulse für das Yoga im Alltag. Das ist die Schönheit der heutigen Retreats.

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