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(Yoga) Retreats früher und heute

Retreats oder Rückzüge gab es schon immer, als eine spirituelle und religiöse Praxis, nicht nur an der Quelle des Yoga Indien, auch im christlich geprägten Europa konnte man sich in Klöstern zurückziehen. Man kann sich alleine zurückziehen oder mit einer Gruppe. In beiden Fällen geht es darum, einen Abstand vom Alltag zu gewinnen, um nachzudenken, spirituelle Praxis zu vertiefen, auch die seelische Nahrung zu bekommen in Form von Vorträgen, Praxis und verschiedenen Formen der spirituellen Arbeit an sich selbst, um sich in einer spirituellen Gemeinschaft „weiter zu entwickeln“, etwas zu lösen, es ist manchmal auch ähnlich zur Therapie oder einer Hilfe zur Selbsthilfe. Darüberhinaus ist ein Retreat meistens auch mit viel Spaß, Kommunikation und einfach einer schönen Zeit verbunden.

Yoga Retreats gab es früher meistens nur in Ashrams (klösterähnlichen spirituellen Zentren, ursprünglich in Indien). Es ging oft um einen längeren Aufenthalt, manchmal jahrelangen. Es gab, damals wie heute, die Möglichkeit als „Karmayogi“ in einem Ashram zu arbeiten um dafür Essen und Unterkunft zu bekommen und am Programm teilzunehmen. Aber auch einfach so, als Yoga- oder Medtiationsinteressierte, kann man in den Ashrams eine längere Zeit verbringen. Indische Art von Ashrams und spirituelle Kommunen haben sich schnell in der ganzen Welt verbreitet.
Diese Art vom Retreat muss deutlich von den heutigen Retreats unterschieden werden. Die heutigen sind meistens mit Urlaub verbunden. Retreats in den Ashrams bedeuten doch etwas tiefere Auseinandersetzung mit sich selbst. Populär waren und sind noch immer z.B. Maditation-Retreats in buddhistischen Ashrams wie z.B. Vipassana Meditation und auch Yoga / Ayurveda Retreats in Indien. Die Teilnehmer tauchen in das spirituelle Leben tiefer ein. Es ist eher eine besondere Entscheidung und nicht ein Urlaub. Man kann sich nicht so leicht oder beliebig für etwas anderes entscheiden, auch wenn es jemandem nicht so wirklich gefällt. Oft wird so ein Aufenthalt als ein Test, eine Übung fürs Ego angesehen und nicht als eine Entspannung oder Wellness. Die inneren Konflikte, werden als ein Prozess, das „eigene Thema“ oder Mißverständnisse mit anderen Teilnehmern als „eigener Spiegel“ angesehen.

Die meisten heutigen Yoga Retreats, welche ungefähr in den letzten, höchstens 10 Jahren in der ganzen Welt angeboten werden, sind eher ein Urlaub mit Spuren von einem Retreat, weil ein Yoga Retreat von heute meistens nur eine Woche dauert. Die Grenzen zwischen einem Urlaub und Retreat sind nicht mehr so klar, bzw. ein Urlaub wird Retreat genannt.

Man muss heutzutage nicht mehr in eine weit entfernte Kommune oder Ashram gehen um sich zurückzuziehen. Yoga und Meditation Retreats können sogar in einer Großstadt stattfinden. Ein Yoga Retreat oder Urlaub mit Yoga, sowie nur ein Wochenende mit Yoga ist heutzutage jedem zugänglich geworden, was sehr gut ist, aber anderseits hat es an der Bedeutung vom Retreat verloren. Die Schnelligkeit des Lebens überträgt sich auch auf das Retreat Angebot.

Sicherlich ist eine Reise mit Yoga ein Erlebnis, aber es ist eher unmöglich, in nur einer Woche die Wirkung eines Retreats tiefer zu erleben, bwz. seine langfristige Wirkung zu spüren, ausser man übt schon länger Yoga und sieht so ein Retreat als eine Abwechselung und Vertiefung der eigenen Yogapraxis. Retreats heutzutage, sind eher Tage mit Yogastunden, gutem Essen, vielen Gesprächen und der Kontakt mit den „Reizen der Außenwelt“ ist locker.

Bei jeder spirituellen Praxis, dauert es mindestens 21 Tage bis sich der menschliche System auf neue Einflüsse und Energie gewöhnt, oder sie im „eigenen System“ befestigt, verinnerlicht. Erst nach dieser Zeit beginnen sich die Wrkungen überhaupt zu entfalten. Alles was vor diesen 21 Tagen passiert, sind nur Spuren, die kleinen Impulse vom Yoga. Verkürzte Angebote und größere und schnellere Reisemöglichkeiten haben es geschafft, Yoga auch in so eine kurze Zeitspanne, effektvoll anzubieten und doch einen kleinen, aber wichtigen Rückzug zu ermöglichen. Jedoch ist es unehimlich wichtig, besonders für Menschen die im Yogaurlaub oder einem Retreat mit Yoga erst angefangen haben, Yoga weiter zu praktizieren.

Die meisten Retreats heutzutage sind nur ein kleiner Ausflug in die Welt des Yoga.
Trotzdem ein schöner!

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